Internationale Fachkräfte im Bahnsektor: Chancen und Verantwortung
Seit März 2025 ist Gabrielle Costigan CEO der Global Rail Group. Mit Wurzeln in Australien, einer Ausbildung im Bauingenieurwesen und internationaler Erfahrung bringt sie eine spannende Perspektive auf das Thema Fachkräftemangel mit. Im Interview mit bahn manager spricht sie über den steigenden Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften im Bahnsektor, ihre Vision für nachhaltige Integration und den strategischen Fokus der Global Rail Group.
Technisch stark, sprachlich fit und langfristig motiviert
Im Mittelpunkt des Vermittlungsmodells der Global Rail Group stehen sogenannte Grey-Colour-Fachkräfte. Das sind Menschen, die einen technischen Hintergrund mitbringen, hohen Lernwillen und eine Bereitschaft, sich langfristig beruflich in der DACH-Region zu etablieren. Vermittelt werden Fachkräfte insbesondere für den Gleisbau, den Umgang mit komplexen Maschinen, aber auch für Aufgaben in der Wartung und Instandhaltung. All das sind Bereiche, wo es auf praktisches Know-how und Verlässlichkeit ankommt.
Global Rail Group qualifiziert diese Talente in eigenen Trainingszentren in Bosnien-Herzegowina und der Türkei, in denen der Fokus auf technischer Schulung, Deutschkursen, als auch der Arbeitskultur des Ziellandes liegt. Damit wird nicht nur der Grundstein für einen reibungslosen Berufseinstieg, sondern auch für effiziente Abläufe und hohe Arbeitssicherheit in den Einsatzbetrieben gelegt.
Integration von Anfang an
Die Kunden der Global Rail Group werden von Beginn an stets aktiv in den Ausbildungsprozess eingebunden. Das fördert nicht nur das gegenseitige Verständnis, sondern auch Verbindlichkeit und Motivation, und zwar auf beiden Seiten.
Die Ausbildungsdauer liegt je nach Sprachniveau und Spezialisierung zwischen sechs und neun Monaten. Neben fachlicher Kompetenz werden im Trainingsprozess auch Soft Skills wie Pünktlichkeit, Teamfähigkeit und Eigenverantwortung systematisch beobachtet und gestärkt. Global Rail Group steht den Kandidat:innen den kompletten Prozess lang an der Seite, von der Auswahl durch den Kunden bis hin zu Visaformalitäten.
Mehr als nur eine Vermittlerrolle
Global Rail Group sieht sich dabei nicht nur als Dienstleister, sondern auch als Impulsgeber für die Bahnbranche. Neben den Recruitment Services betreibt das Unternehmen auch die Global Rail Group Academy in Leverkusen, publiziert Fachbücher und betreibt mit Trackopedia.com eines der größten Online-Lexika rund um Bahninfrastruktur und Gleistechnik.
Politische Prozesse mitgestalten
Als neue Vizepräsidentin Europa des UITP, des internationalen Verbands für den öffentlichen Verkehr, möchte Gabrielle Costigan auch auf strukturelle Hürden aufmerksam machen. Dazu zählt u. a. die schleppende Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, aber auch der Digitalisierungsrückstände der Behörden. Hier sieht sie sowohl Handlungsbedarf, als auch Potenzial für Fortschritt durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Fazit
Die Global Rail Group setzt auf einen langfristigen, qualitätsorientierten Ansatz: individuelle Ausbildung, frühzeitige Einbindung der Unternehmen und nachhaltige Integration.In einem angespannten Arbeitsmarkt liefert dies zwar keine schnelle Lösung, jedoch eine zukunftssichere Perspektive für Unternehmen, Fachkräfte und die gesamte Bahnbranche.


